MSV holt in Hennigsdorf Unentschieden

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Wie zum Ringen die Matte gehört, zu unseren Liga-Kämpfen gehören seit Wochen Hochspannung, Nervenkitzel und Kämpfe auf Messers Schneide. Und diese verlässlichen Begleiter waren auch beim 12:12 Unentschieden im Halbfinal-Hinkampf in Hennigsdorf wieder allgegenwärtig. Beide Teams schenkten sich nichts, sechs der insgesamt acht ausgetragenen Kämpfe wurden über die volle Kampfzeit geführt. Einzig die Klasse bis 61 kg mussten die Brandenburger unbesetzt lassen, so dass Same Mansouri zu einer willkommenen Wettkampfpause kam. Den Anfang machte wie immer Martin Rößner. Unser Leichtgewichtler bezwang Eric Köhler mit 9:4 nach Punkten. Hannes Vetter zeigten dann im Duell der Superschweren einmal mehr seine hervorragende konditionelle Verfassung und drehte gegen den bundesligaerfahrenen Marcel Redmann einen Rückstand in einen 8:6 Punktsieg. Doch dann kamen die Gastgeber in Fahrt. Im Limit bis 66 kg hatte der unser 16-jähriger Nachwuchsringer Mihail Babaian gegen den EM- und WM-Teilnehmer Christian Nützmann keinerlei Chance. Auch für 98 kg-Mann Christian Schurig gab es gegen Mirco Redmann bei seiner 1:9 Punktniederlage nicht viel zu holen. Das Publikum in Hennigsdorf witterte nun Morgenluft, zumal mit Till Kosanke der Lokalmatador, für den sogar eine eigene Einlaufmusik gespielt wurde, auflief. Doch was dann kam, hatte niemand auf dem Zettel. Sebastian Ecklebe ließ sich vom Rummel um den Publikumsliebling nicht beeindrucken und legte das Kraftpaket mit einer blitzsauberen Fußfege nach nur wenigen Kampfsekunden auf beide Schultern. Trainer Thomas Dybiona: „Sebastian ist wie eine Flasche Wein, wird mit zunehmendem Alter immer wertvoller. Diese Technik, dieser Sieg waren ganz großes Kino und hätten als Rahmen eigentlich Heimpublikum verdient gehabt.“ Denn das hätte ganz gewiss Kopf gestanden, so hatte aber Sebastian genau das Gegenteil bewirkt: Eisiges Schweigen in der Halle des Gastgebers.

Doch dieses hielt nicht lange an, denn als Thomas Ferchland im Limit bis 71 kg gegen Daniel Gielow in einem hitzigen Gefecht mit 9:8 die Oberhand behielt, war die Stimmung wieder zurück. Und da am Ende MSV-Ringer Mathias Jahn gegen Felix Dietrich bis 80 kg mit 5:13 und 75-kg-Ringer Walerie Syrissov mit 1:4 gegen Till Weinkauf das Nachsehen hatte, war der 12:12 Endstand zur Zufriedenheit der Brandenburger hergestellt. Demnach ist die Rechnung für den Rückkampf am kommenden Samstag denkbar einfach: Wer gewinnt, steht im Finale. Mannschaftsleiter Bernd Heller: „Ein Unentschieden ist nicht das schlechteste Ergebnis, aber was es wert ist, zeigt sich am kommenden Samstag.“ Trainer Thomas Dybiona ergänzt: „Der Kampf in Hennigsdorf war so etwas wie ein Blindflug für beide Mannschaften. Wir kannten unseren Gegner nicht, unser Gegner uns nicht. Auch unser Duell jetzt gibt keinen Aufschluss darüber, wie der Rückkampf laufen könnte. Es bleibt also spannend.“ Und Spannung gehört ja in dieser Saison immer dazu.