MSV 90 nimmt erfolgreich Revanche und besiegt den Luckenwalder SC

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Mit einer eindrucksvollen Leistung haben wir den Finalrückkampf um Bronze gegen den 1. Luckenwalder SC mit 15:13 gewonnen. Letztlich war damit den Brandenburgern der Gesamtsieg um Platz drei in der Liga zwar nicht mehr zu nehmen, aber uns gelang erfolgreich Revanche für die deutliche Niederlage im Hinkampf.

Vorweg, einen solchen spannenden und hochklassigen Kampfabend gab es in der altehrwürdigen Sporthalle in der Bodestraße schon lange nicht mehr zu sehen. Volle Zuschauerränge, eine Licht- und Lasershow und ein Rahmenprogramm der Extraklasse durch Tänzer vom DanceComplex Magdeburg machten aus unserer biederen Wettkampfstätte eine Art Event-Tempel. Aber den Hauptteil der abendlichen Unterhaltung lieferten die Kämpfer auf dem Mattenrund. Die Luckenwalder hatten trotz ihres hohen Punktepolsters aus dem Hinkampf nicht wirklich vor, beim Kampf um Platz drei etwas dem Zufall zu überlassen und waren mit voller Kapelle und erneut starkem Kader zu uns nach Magdeburg gereist.

Doch wir erwischten zunächst einen Auftakt nach Maß. Stephan Müller hatte extra für das Limit bis 57 kg abgespeckt und schulterte seinen Gegner Bennet Kluetzke überraschend nach nur einer Kampfminute. Gleich tat es ihm Kevin Nohr. Im Duell der Superschweren bis 130 kg gegen Phillip Atdorf lief Kevin zwar zunächst einem Rückstand hinterher, packte dann aber einen echten Dampfhammer aus und schulterte den Brandenburger mit einer kraftvollen Wurftechnik. Same Mansouri rang im nächsten Kampf bis 61 kg gegen Michel Penkert. Same erkämpfte mit viel Einsatz und Willen Punkt für Punkt und hatte am Ende mit 13:0 die Nase vorn. Danach folgte das Duell bis 98 kg. Sebastian Ecklebe hatte es hier mit Shamo Janar zu tun. Den Zuschauern bot sich ein Kampf, der spannender kaum sein konnte. Beide Ringer schenkten sich nichts und kämpften bei ständig wechselnder Führung bis zum Umfallen. Am Ende war es der Luckenwalder, der mit 6:5 Punkten etwas glücklich gewann. So ging es mit dem Zwischenstand von 11:1 für den MSV in die Pause. Bei einigen Zuschauern machte sich nun bereits erster Optimismus breit, dass an diesem Abend vielleicht doch eine Überraschung möglich ist. Seitens Mannschaft und Trainer war man zu diesem Zeitpunkt jedoch von solchen Gedanken weit entfernt, denn die sportlichen Hochkaräter der Luckenwalder waren erst noch an der Reihe. Und mit einem solchen bekam es unser Kapitän Mario Ladewig zu tun. Mit Dennis Nowka stand ihm ein wesentlich jüngerer Kontrahent gegenüber, der zudem mehrfacher Deutscher Meister und EM-Teilnehmer war. Bei allem Respekt vor Mario, wir wagten jedoch nicht einmal ansatzweise zu hoffen, dass in diesem Kampf überhaupt der Pausengong zu hören sein würde, zu ungleich schien das Duell. Doch unser Kapitän, der die letzten Monate krankheitsbedingt nicht einmal trainieren konnte, belehrte alle eines Besseren. Konzentriert und mit vollem Einsatz lies Mario gerade einmal drei Situationen zu, in denen sein Gegner Wertungen erzielen konnte. Zudem brachte er ihn sogar das eine oder andere Mal in Bedrängnis. Und nach sechs Minuten voller Kampfzeit landeten letztlich nur zwei Zähler auf dem Konto unserer Gäste, die sich hier ganz sicher mehr versprochen hatten. Dass auch Niederlagen wie Siege gefeiert werden können, bewiesen danach auch noch Marko Gebhardt und Kevin Koch. Beide trafen in ihren Gewichtsklassen auf klar favorisierte Gegner und hatten somit die taktische Marschroute erhalten, auf Sicherheit zu ringen und so wenig wie möglich Punkte abzugeben. Diese Taktik ging auf, denn auch hier kamen die Gäste durch den hohen kämpferischen Einsatz unserer beiden Kämpfer nicht zur maximalen Punkt-Ausbeute. Dennoch schrumpfte unser Gesamt-Vorsprung damit auf 11:9 zusammen. Und da im Limit bis 71 kg Thomas Henseler verletzungsbedingt den Kampf nicht aufnehmen konnte, lagen wir vor dem letzten Duell des Abends mit 11:13 zurück. Mit der schweren Hypothek, dass nur ein Sieg mit mindestens drei Punkten Differenz zu einem Unentschieden reichen würde, stand Mathias Jahn gegen den physisch starken Steve Niklas gegenüber. Doch was dann kam, ließ die Halle beben. Zunächst konnte Matze bis zur Pause mit 4:0 in Führung gehen und der Funke war längst auf das Publikum übergesprungen. Aber jedem war genauso klar, dass hier noch längst nichts entschieden war. Aber Matze hatte beeindruckende Reserven und erhöhte in Runde zwei den Punktestand sogar auf 8:0. Und als es ihm dann noch gelang, den Luckenwalder zu schultern, brachen die Dämme.

Mit diesem Sieg findet für uns eine durchwachsene Saison ihr versöhnliches Ende. Einen besonderen Dank möchten wir auch an unsere Luckenwalder Gäste loswerden, die faire Gegner waren und letztlich mit ihrem Auftritt bei und mit uns in Magdeburg tollen Ringkampfsport geboten haben. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle zum dritten Platz!

In der Gesamtabrechnung belegen wir in der Liga mit insgesamt zehn Mannschaften hinter Hennigsdorf, Artern und Luckenwalde den vierten Platz.