Magdeburger bezwingen nach großem Kampf Vorjahresmeister

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Nachdem die Ringer des MSV 90 vergangene Woche mit einem knappen Sieg in die Oberliga-Saison gestartet sind, wartete bereits am zweiten Kampftag niemand geringeres als der Meister der vergangenen Saison aus Eisleben auf die Magdeburger. Als ob damit die Herausforderung nicht schon groß genug war, zwang das berufsbedingte Fehlen einiger Akteure den Trainier der Magdeburger, Thomas Dybiona, die Mannschaft gegenüber der Vorwoche umzustellen.

Im ersten Kampf des Abens musste 57-Kilo-Mann Martin Rößner gegen den Eisleber Matthias Neumann nach starkem Beginn dem kraftraubenden Anfangstempo und der besseren Physis seines Gegners Tribut zollen und letztlich eine Schulterniederlage einstecken. In der Gewichtsklasse bis 130 kg stellte sich dann Bernd Heller, eigentlich Trainer der Mannschaft und mit weniger als einhundert Kilogramm Körpergewicht auch kein Superschwergewichtler, gegen den amtierenden deutschen Meister der Kadetten, Nationalkader und Europameisterschaftsteilnehmer, Dominik Klann, an. Hier planten die Eisleber und schon mit der Höchstpunktzahl, doch der mittlerweile 50-jährige Heller hielt gegen seinen rund 30 Jahre jüngeren Kontrahenten so gut mit, dass dieser nicht über einen knappen Punktsieg hinauskam. Für die Mannschaftswertung schlug sich der Sieg des Eislebers in nur zwei Punkten nieder.

Beflügelt von dieser Energieleistung des eigenenTrainers ging Stefan Müller im Limit bis 61 kg gegen Christian Borgwardt auf die Matte. Mit blitzsauberen und äußerst sehenswerten Würfen spielte Müller trotz des für ihn ungewohnten grieschisch-römischen Stil seine ganze Routine aus und schickte den Lutherstädter mit technischer Überlegenheit von der Matte. Ihm tat es Sebastian Ecklebe im Limit bis 98 kg gleich, der seinem Gegner Rashid Ali mit technisch hochklassig ausgeführten Beintechniken eindrucksvoll Anschauungsunterricht gab. Dieser endete für Ali bereits nach anderthalb Minute Kampfzeit durch die technische Überlegenheit Ecklebes. Somit lagen die Magdeburger nach vier Kämpfen mit 8:6 Mannschaftspunkten in Front.

Zu seinem ersten Saisoneinsatz kam nun Mike Brauer in der Gewichtsklasse bis 66 kg gegen Sebastian Schmidt. Der Magdeburger begann sehr konzentriert und sicherte sich durch seinen aktiven Kampfstil Wertung um Wertung. Als dann noch eine sehenswerte Kontertechnik Brauers dazu führte, dass er seinen Gegner schultern konnte, war die Freude über die vier Mannschaftspunkte groß. Danach kam es zum Duell in der Gewichtsklasse bis 86 kg, wo der Magdeburger Michael Kraska im griechisch-römischen Stil auf den ehemaligen russischen Juniorenauswahlringer Said Abakarow traf. Kraska, mit 38 Jahren auch knapp zehn Jahre älter sein Kontrahent, war von Trainer Dybiona taktisch hervorragend eingestellt worden und konnte Abakarov überraschenderweise mit 6:0 nach Punkten von der Matte schicken - zweifellos hatten die Eisleber auch hier nicht mit einer Niederlage ihres international erfahrenen Athleten gerechnet. So bauten die MSV-Athleten vor den zwei abschließenden Duellen ihre Führung auf 14:8 aus.

Im Duell der Gewichtsklasse bis 71 kg standen sich mit Mario Ladewig und Dima Blayvas zwei langjährige Kontrahenten gegenüber. Da sich beide Ringer in ihren Aktionen immer wieder auf hohem Niveau neutralisierten, vermochte zunächst keiner der Kämpfer, eine Wertung für sich zu verbuchen. Obwohl es Ladewig dann schließlich gelang mit einer Aktion eine Wertung zu erzielen, wurde er mehrmals vom Mattenrichter mit einer Passivitätsverwarnung belegt, was schließlich sogar zur Disqualifikation des Magdeburgers führte. Damit wurde nicht nur Ladewig auf fragwürde Weise zwanzig Sekunden vor Kampfende disqualifiziert, die Eisleber erhielten durch die Schiedsrichterentscheidung vier Mannschaftspunkte und verkürzten zum 10:14.

Für die Mansfelder war damit ein schon längst nicht mehr wahrscheinlich gehaltenes Untentschieden wieder möglich und entsprechend enthusaistisch war das Eisleber Plubikum wieder zur Stelle. Im letzten und entscheidenden Kampf des Abends trafen Thomas Ferchland vom MSV gegen Machatch Machatchew in der Gewichtsklasse bis 76 kg im freien Stil aufeinander. Machatschew begann druckvoll, doch Ferchland rang gegen seinen Dauerrivalen taktisch auf höchstem Niveau und verstand es, den Eisleber trotz dessen Punkteführung zu kontrollieren. Nach sechs Minuten Kampfzeit konnte Machatschew zwar einen 8:4 Punktsieg verbuchen, aber die Freude war auf Seite der Magdeburger, da damit der Mannschaftssieg sicher war. "Wir haben beim Meister der vergangenen Saison gewonnen. Jeder ist an seine Grenzen gegangen, ich bin stolz auf die Truppe", so Trainer Thomas Dybiona.

Mit dem Sieg führt der MSV mit 4:0 Punkten die Tabelle an, am nächsten Kampftag reisen die Magdeburger nach Merseburg zu den Saalefüchsen.